JULIAN

 

Julian, 19 Jahre aus Samern 

 

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Ich heiße Julian, bin 19 Jahre alt und mit 7 Jahren hat sich mein Leben schlagartig geändert. Nicht nur für mich, sondern auch für meine komplette Familie.

Mitte März bin ich zu Julian gefahren. 
Ein tolles Haus, etwas abgelegen und mit viel Grundstücksfläche.
Ich wurde sehr herzlich empfangen. Dann gab es erst mal ne runde Kaffee und Julian und seine Mama haben mir Julians Geschichte erzählt.

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Julian war ein ganz normaler Junge, hat viel gespielt und war ein glückliches Kind.
Als er 7 Jahre alt war bekam er zunehmend starke Kopfschmerzen. Keine Schmerzmittel halfen. Eines Tages erbrach er einfach so beim spielen.

Seine Mutter machte daraufhin einen Arzttermin. 
Julian sollte ins MRT. 


Dann der Schock! Es wurde ein Tumor festgestellt, hinten am Kopf. Es hatte sich Hirnwasser gestaut. 
Von März bis Dezember 2007 war er dann in Münster im Krankenhaus, um das Hirnwasser abzulassen was sich immer wieder anstaute.

Er bekam eine Shuntanlage am Hinterkopf, die das Hirnwasser abfließen lässt. 

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In Würzburg wurde der Tumor dann entfernt. 
Bei dieser Operation bekam er außerdem noch eine Lungenembolie und war 3 Monate auf der Intensivstation. 
Er konnte danach nicht mehr laufen und war auf der rechten Seite gelähmt. Seinen Arm kann er nicht, bzw. eingeschränkt bewegen. 
Julians Mama ist Krankenschwester und musste erst mal ihren Job aufgeben, um dauerhaft für Julian da zu sein. Im Anschluß 
ging es nach Bremen in die Reha.

11 mal insgesamt wurde er operiert weil der Shunt sich immer wieder zusetzte oder nicht optimal funktionierte.

Julian hat auch noch eine Schwester , Finja, 16 Jahre alt. 
Eine schwierige Zeit, denn Julians Mama war immer bei Julian im Krankenhaus und Finja bei ihrer Oma und Opa und ihrem Papa.

Als Julian wieder nach Hause kam, war er auf einen Rollstuhl angewiesen. 
Er wiederholte die 1. Klasse noch einmal, da er 3/4 aus dem Schuljahr zuvor nicht mitbekommen hatte. 

 

Julian ist ein echter Kämpfer. Er wollte nicht an den Rollstuhl gebunden bleiben. 
Er ging viel zur Physiotheraphie, 
Ergotheraphie und zum Schwimmen. Tat alles um nicht dauerhaft im Rollstuhl sitzen zu müssen. 
Ab der 4. Klasse hatte er es geschafft. Kurze Strecken konnte er nun gehen. Und seitdem wurde es immer besser. 
11 Jahre lang war nach 2007 alles gut. Alle arrangierten sich mit der neuen Situation. Alltag kerrte wieder ein. 

Julian hat seinen Schulabschluss gemacht und fing mit dem Führerschein an. 
 

Vor ungefähr einem Jahr , am 20. Juni 2018 sollte er nochmal zu einem Kontrolltermin kommen.
Sein eigenes Bauchgefühl sagte ihm das etwas nicht stimmt. 
Und er sollte leider Recht behalten. 
Beim MRT wurde an der selben Stelle noch einmal ein Tumor gefunden. 


Ein großer Schock für alle. 


Der Tumor lag auch so ungünstig direkt hinterm Hirnstamm wo auch das Sprachzentrum liegt. 
Es gibt nicht viele Ärzte die sich daran trauen. 
In Meppen wurde schlussendlich der Tumor entfernt. 
Seine ersten Worte nach der Operation waren :" Hallo Mama es funktioniert noch alles ! "
Sein Sprachzentrum wurde dabei nicht verletzt. Es folgten wieder Krankenhausaufenthalte und Reha. 

Alles ist soweit gut bis jetzt. 
Er hat allerdings noch eine Epilepsie, die ihn, soweit er seine Tabletten dafür nimmt, nicht beeinträchtigt.

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Julian hat ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Schwester Finja. 

Sie ärgern und necken sich sehr gerne.

 

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Gesellschaftsspiele mögen alle. Und somit haben die 4 auch dieses mit viel Spass am Nachmittag gespielt.

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Aber was für mich persönlich noch viel schöner und auch interessanter war, Julian hat ein sehr tolles Hobby für sich entdeckt!

Und ratet mal welches? 

Die Fotografie  😃 !!

Er liebt die Tierfotografie. Da er mit seiner rechten Hand ja eingeschänkt ist, war es für mich sehr interessant zu sehen 

wie er die Kamera bedient. Oder auch ein Objektiv wechselt.

Denn wer schon mal eine Kamera in der Hand hatte, der weiß, das der Auslöser auf der rechten Seite angbracht ist. 

Julian benutzt ein Stativ. Und er beherrscht es ziemich gut. 

Auch seine Aufnahmen sind richtig toll. 

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Und was macht ihm noch viel Spaß? Er hat ein elektrisches Handbike. 

Damit ist er natürlich sehr viel mobiler als zu Fuß und Spaß macht es ihm auch noch.

Dazu muss er allerdings seine Orthesen an seiner Hand und seinem Fuß anbringen. Diese schützen und stabilisieren ihn. 

Er selber findet die Orthesen nicht ganz so klasse. 

Aber auch das gehört zu seinem Alltag und war 10 Minuten später an Hand und Fuß befestigt.

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Bis alles richig sitzt und festgestellt war, dauerte es ein kleines bisschen. 

Leider war das Wetter an diesem Tag sehr wechselhaft. Es kamen viele Schauer. In einer kurzen Trockenphase sind wir noch eine kleine Runde dann auf den Hof raus.

Julian hatte sichtlich Spaß damit durch die dicken Pfützen zu brettern.

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Und ein paar Familienschnappschüsse haben wir auch noch geschafft.

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Eine wirklich sehr symphatische und harmonische Familie ! 

Ich danke euch für eure Geschichte. 

Es hat mir sehr viel Freude bereitet euch zu fotografieren. 

 

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